Atwood, Margaret: Aus Neugier und Leidenschaft

Rezension Margaret Atwood – Aus Neugier und Leidenschaft

 

Klappentext:

»Immer wenn ich gerade beschlossen habe, weniger zu schreiben und stattdessen etwas für meine Gesundheit zu tun – vielleicht Eistanz oder so –, ruft mich garantiert irgendein glattzüngiger Verleger an und macht mir ein Angebot, das ich unmöglich ablehnen kann. In gewisser Weise ist dieses Buch also schlicht das Ergebnis meiner unterentwickelten Fähigkeit, nein zu sagen.« Ob Rezensionen zu John Updike und Toni Morrison oder eine Würdigung Dashiell Hammets; ob ein Afghanistan-Reisebericht, der zur Grundlage für den Report der Magd wurde, ob leidenschaftliche Schriften zu ökologischen Themen, herrlich komische Geschichten über »meine peinlichsten Momente« oder Nachrufe auf einige ihrer großen Freunde und Autorenkollegen: Margaret Atwoods Vielfalt, ihr großes Engagement und ihr herrlicher Witz machen dieses durchaus lehrreiche Kompendium zu einem Riesen-Lesevergnügen.

Meinung:

Habe ich schon mal erwähnt, dass Margaret Atwood für mich zu einer der ganz großen Schriftstellerinnen zählt? Bestimmt. Auch mit ihrer Essay-Sammlung Aus Neugier und Leidenschaft beweist sie wieder einmal ihre Weitsicht, ihren Witz und ihr großes erzählerisches Talent.

Aufgegliedert in drei Teile enthält dieses Werk Artikel, Rezensionen, Vorwörter und Essays aus fast vier Jahrzehnten. Die Teile sind in Zeitabschnitte unterteilt. Teil Eins enthält Texte aus den Jahren 1970 bis 1989, Teil zwei 1990 bis 1999 und Teil drei von 2000 bis 2005. Hält man sich die Jahreszahlen vor Augen merkt man wieder mal, wie fortschrittlich die Autorin schon in ihrer frühen Schaffenszeit im emanzipierten und ökologischen Denken war.

Spannende Rezensionen haben dafür gesorgt, dass ich auf Titel aufmerksam wurde, die ich bisher so noch nicht auf dem Schirm hatte. So steht nun z. B. das Buch „Die Hexen von Eastwick“ auf meinem Wunschzettel, denn die Rezension dazu war so großartig umrissen, dass ich Lust bekommen habe, Atwoods Denkansätze dort drin zu finden. Aber das ist natürlich nicht das einzige Buch, dass sie hier bespricht.

Dank immer wieder eingestreuter persönlicher Bezüge der Autorin hat man auch das Gefühl, diese Stück für Stück immer besser kennen zu lernen. Die kurzen Texte passen perfekt in den Tag, um immer wieder mal das Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Auch muss dieses Werk nicht zwingend von vorne nach hinten gelesen werden, denn obwohl chronologisch aufgeführt, so stehen die einzelnen Texte doch jeweils für sich und man kann frei nach Lust und Laune sich ein Essay oder Bericht auswählen, je nachdem, wie viel Zeit man zur Verfügung hat.

 

Fazit:

Wer Margaret Atwood und ihre Werke mag, wird mit dieser Essay-Sammlung sichtlich seine Freude haben. Kluge, interessante Texte, ihr charmanter Erzählstil und ihre einnehmende, intelligente und oft humorvolle Art klingen auf jeder Seite durch. Auch verlieren Ihre Texte und Gedanken nie etwas von ihrer Aktualität, egal ob sie nun 40 Jahre alt sind, oder eben erst geschrieben.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

Preis

Gebunden: 28,00 Euro

 

Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 978-3-8270-0666-0
Seitenzahl: 480
Übersetzer: Christiane Buchner, Claudia Max, Ina Pfitzner

Vielen Dank an den Berlin Verlag für das Rezensionsexemplar.

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