Durfee, Brian Lee: Der Mond des Vergessens – Die fünf Kriegerengel 1

Rezension Brian Lee Durfee – Der Mond des Vergessens: Die fünf Kriegerengel 1

Klappentext:

Jovan, der älteste Sohn des gefallenen Königs, regiert  – von immer schlimmeren Wahnvorstellungen besessen – über Gul Kana. Verzweifelt versuchen seine zwei Schwestern sich ihm entgegenzustellen. Jondralyn lernt mit allen Mühen und Qualen die hohe Kunst des Schwertkampfs, während Tala ein Geheimnis lüftet, das nicht nur die Familie, sondern das ganze Land zu zerstören vermag. Kann das Königreich sowohl die Gefahren von innen als auch die Bedrohung durch die neue Religion Raijaels überstehen? Und hat das Schicksal des jungen Nail etwas mit einer uralten Prophezeiung zu tun?

Meinung:

Die Zeiten sind im Wandel begriffen. Religionen und Glauben werden auf den Prüfstand gestellt und nichts wird mehr so sein, wie es einmal war. In diesen Zeiten des Umbruchs wächst der elternlose Nail heran als Mündel des alten Ritters Shawcroft. Denn Nail scheint Teil einer wichtigen Prophezeiung zu sein, nachdem er eine Reinkarnation des Kriegerengels um den Hauptgott Laijon zu sein scheint. Doch der Krieg erreicht bald die Insel, auf der Nail lebt, denn der Königsspross Aeros Raijael sieht sich selber als Reinkarnation des Gottessohns Raijael und verfolgt eine ganz andere Relgion, als die die Lehren Laijons lehren.

Schon im Prolog war ich in der Geschichte drin. Der Auftakt, der gleich mit einem wichtigen Kampf beginnt, hat direkt Lust auf mehr gemacht, und erwartungsvoll stieg ich in die Geschichte ein. Diese ist erzählerisch sehr flüssig umgesetzt. Die Szenen wechseln oft, man lernt viele Seiten von Brian Lee Durfees Welt kennen und lässt sich in den ganz gut umgesetzten Weltenentwurf ziehen.

Leider schwächelt der Roman bei seinen Figuren, bei denen ich bis zur letzten Seite selten oder gar keinen Bezug aufbauen konnte. Oft verhalten sie sich widersinnig, wirken im ersten Moment taff und stark, nur um in der nächsten Zeile scheinbar jeden Menschenverstand zu verlieren. Oft konnte ich die Handlungen der Protagonisten nicht nachvollziehen und habe oft beim Lesen die Stirn gerunzelt, weil sie sich so merkwürdig verhielten. Das wirkt sich auch auf die Dialoge aus. Manchmal hat man das Gefühl, die Figuren reden aneinander vorbei und über zwei unterschiedliche Themen.

Und auch die Kampfszenen des Romans sind allzu oft leider alles andere als fesselnd und fließend. Sie wirken eher hölzern, abgehackt, teilweise unkoordiniert und haben mich beim Lesen öfter verwirrt, da es mir schwerfiel, dem Geschehen zu folgen.

Schade eigentlich, denn die Grundidee hinter dem Buch finde ich wirklich toll und ist erfrischend anders. Man merkt, dass Brian Lee Durfee sich wirklich Gedanken gemacht hat mit seinem Weltenentwurf und den Wesen, die dort leben. Ein weiterer Wermutstropfen war für mich auch, dass sich hier auch die Hintergründe der Welt noch nicht so eröffnet haben, wie ich es mir gewünscht hätte. Mehr Einblicke in die Vergangenheit der 5 Inseln hätte ich toll gefunden, die Auszüge aus den religiösen Schriften, die jedem Kapitel voran stehen, geben zwar einen kleinen Einblick, etwas mehr hätte der Geschichte aber bestimmt auch ganz gut getan. Ebenso einen etwas besseren Abschluss des Romans, denn so bleibt die Geschichte leider sehr offen.

 

Fazit:

Der Mond des Vergessens hat viele tolle Ansätze und kann von seinem Schreibstil gut unterhalten. Leider schwächen die Charaktere den Roman ab, denn so wirklich sympathisch oder greifbar war für mich keine Person in diesem Werk. Schade, denn die Geschichte hat durchaus Potential. Ich hätte es so gerne mehr gemocht, doch ganz außen vor kann ich die Mängel des Buchs leider nicht lassen.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten.

Werbedaten:

Preis

Gebunden: 25,00 Euro

 

Verlag: Hobbit Presse / Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-96141-6
Seitenzahl: 888
Übersetzer: Andreas Heckmann

Vielen Dank an Klett-Cotta für das Rezensionsexemplar.

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