Harris, Eve: Die Hochzeit der Chani Kaufman

Rezension Eve Harris – Die Hochzeit der Chani Kaufman

Klappentext:

Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten: die neunzehnjährige Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy. Doch wie geht Ehe, wie geht Glück? Eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale. Das freche und anrührende Debüt von Eve Harris.

Meinung:

Die Welt der ultraorthodoxen Juden ist eine für uns außenstehende auf den ersten Blick sehr befremdlich wirkende Welt. Strenge Regeln, was die Kleidung betrifft, das Essen, was gelernt wird. In dieser Welt wächst die junge Chani auf, eine von vielen Töchtern des Rabbis in ihrer Gemeinde. Ihr Glauben schreibt ihnen vor, möglichst schnell nach Beenden der Schule einen passenden Ehemann zu finden. Diesen scheint Chani in dem jungen Baruch gefunden zu haben, einen angehenden Rabbi und eigentlich über ihrem Stand. Gesehen haben die beiden sich nur dreimal, nun steht die Hochzeit bevor und viele Sorgen und Gedanken plagen die junge Braut. Aber nicht nur sie treiben Angst und Fragen um, auch der Bräutigam Baruch sieht sich mit einer ihm unbekannten Situation konfrontiert. Denn über die Ehe und das, was im Bett geschieht, da spricht man nicht drüber. Gleichzeitig lernt man die Rebbetzin Rebecca kennen, die für die Liebe viel aufgegeben hat.

In einzelnen Rückblicken steuert die Geschichte hier auf die Hochzeit und die anschließenden Ereignisse zu. Dabei erfährt der Leser z.B. mehr über Rebecca und wie es dazu kam, dass sie ein Leben als streng gläubige Jüdin an der Seite ihres Mannes wählte. Oder mit welchen Problemen sich die jungen Leute der Glaubensgemeinschaft auseinandersetzen müssen, wenn Freigeist und unkonventionelles Denken nicht gerne gesehen ist und die Nachbarschaft und Gemeinschaft immer ein wachsames Auge auf alle Mitglieder hält.

Eve Harris hat eine schöne Erzählstimme der ich mühelos durch die Seiten folgte um das Schicksal ihrer Figuren zu verfolgen. Dabei schafft sie es, Verständnis für mir eher fremde Gedanken- und Verhaltensmuster zu schaffen. Zwar weicht hier manche Darstellung von dem ab, was ich aus Deborah Feldmans Roman Unorthodox über die Chassiden mitgenommen habe, insgesamt aber zeichnet Harris hier ein stark kontrastierendes Bild zu unserer Gesellschaft.

 

Fazit:

Die Hochzeit der Chani Kaufman ist ein spannender Einblick in eine mir eher fremde Kultur, gepaart mit einer zarten, einfühlsam erzählten Liebesgeschichte.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

Preis

Klappenbroschur: 16,00 Euro

 

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-30020-8
Seitenzahl: 464
Übersetzer: Kathrin Bielfeldt

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