Jordan, Hillary: Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Rezension Hillary Jordan – Mudbound: Die Tränen von Mississippi

Klappentext:

Mississippi, 1946: Laura McAllan ist ihrem Ehemann zuliebe aufs Land gezogen, der als Farmer einer Baumwollplantage Fuß fassen will. Doch ihr ist die Umgebung fremd, und auf Mudbound gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Unterstützung erhalten die McAllans durch die Jacksons, ihre afroamerikanischen Pächter. Die aufgeweckte Florence Jackson hilft Laura, wo sie nur kann. Aber auch wenn der Alltag sie an ihre Grenzen treibt und sie für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen ist, würde sie es nicht wagen, ihre Stimme zu erheben und Missstände anzumahnen. In diese angespannte Situation geraten zwei junge Kriegsheimkehrer: Florences Sohn Ronsel und Lauras Schwager Jamie. Deren Freundschaft wird zu einer Herausforderung für beide Familien, und so lassen Missgunst und Ausgrenzung die Stimmung bald kippen …

Meinung:

Die Geschichte spielt in Mississippi gegen Ende der 1940er Jahre. Kriegstraumata müssen immer noch überwunden werden und die Rassentrennung beherrscht den Alltag der Menschen. In diesen Jahren beschließt Henry MacAllen sich seinen Traum einer eigenen Farm zu erfüllen. Doch schon von Anfang an scheint das Schicksal ihnen nicht gewogen zu sein. Erst muss Henrys Vater mitkommen, dann steht das gemietete Haus nicht zur Verfügung und das Wetter ist alles andere als ihnen gewogen. Die Pächter machen Ärger, es drohen Ernteausfälle und als dann Bruder Jamie aus dem Krieg heimkehrt, ziehen weitere Dämonen in die Familie ein, bis die Situation eskaliert.

Schon auf den ersten Seiten erfährt man, dass der Vater von Henry und Jamie Tod ist. Doch wie kam es zu dem Todesfall? Wie starb er und welche Ereignisse haben zu dieser abschließenden Szene geführt? Und so wird die Geschichte von hinten nach vorne aufgerollt durch die Stimmen vieler Protagonisten. So kommen hier nicht nur Henry und Jamie zu Wort, sondern auch Laura, Henrys Ehefrau, sowie die Pächter Florence und ihr Mann Heb, sowie deren Sohn Ronsel.

Durch diese vielen verschiedenen Blickwinkel bekommt der Roman eine ganz besondere Dynamik und die Dramatik der Geschichte kann geschickt gesteigert werden. Auch lernt man die Progatonisten dadurch sehr gut kennen und baut eine starke Verbindung zu ihnen auf. Natürlich hat man hier Figuren, die einem mehr oder weniger sympathisch sind, doch schafft die Autorin es spielend, dass man sich in deren Gedanken und Handlungen sehr gut einfinden kann. Die wechselnden Blickwinkel sorgen auch dafür, dass es in der Handlung abwechslungsreich bleibt und somit keine Längen auftauchen.

Wirklich beeindruckt hat mich aber hier noch mehr, wie gekonnt hier die Themen des Romans miteinander verknüpft werden. Hillary Jordan erzählt über Rassismus, über den Krieg, über das Leben auf einer Farm, die trotz modernerer Zeiten rückständig wirkt und natürlich über die Auswirkungen des Kriegs auf das Leben der Soldaten und ihrer Familien.

 

Fazit:

Mudbound ist ein richtig gutes Buch, dramatisch und kritisch, spannend und bewegend. Ich bin jetzt schon gespannt, ob die Serie an das Buch anknüpfen kann.

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

Preis

Klappenbroschur: 15,00 Euro

 

Verlag: Pendo
ISBN: 978-3-86612-456-1
Seitenzahl: 384
Übersetzer: Karin Dufner

Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.