Lewis, Janet: Die Frau, die liebte

Rezension Janet Lewis – Die Frau, die liebte

Klappentext:

Als Martin Guerre nach langjähriger, rätselhafter Abwesenheit endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande de Rols, eine Frau von 30 Jahren, von Sinnen vor Glück. Der inzwischen zehnjährige Sohn weicht dem Vater nicht mehr von der Seite, das Gut blüht auf, die große Familie ist wieder vereint. Acht Jahre lang hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt, war weder Witwe noch frei gewesen, und jetzt – endlich – kann sie sich hingeben. Der Liebe, ihrer Sinnlichkeit, seinem Begehren. Welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung, entfesselt sie eine richterliche Untersuchung – und eine Tragödie.

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Meinung:

Im Jahre 1539 werden die 11-jährigen Kinder Betrande de Rols und Martin Guerre verheiratet, um beiden Familien Sicherheit und Wohlstand zu bringen. Zwar reist Betrande für einige Zeit wieder Heim, mit 14 kehrt sie aber zurück an den Hof ihres Mannes. Dieser steht unter der Knute seines Vaters, den Gutsherren, und wird erst Eigenständigkeit erlangen können, wenn dieser verschieden ist. Betrande lernt mit der Zeit, Martin immer mehr zu lieben und bekommt ein Kind von ihm. Doch nach einer folgenschweren Entscheidung Martins verlässt dieser den Hof und kehrt Frau und Kind den Rücken zu. 8 Jahre lang wartet sie auf die Rückkehr, umso erfreuter ist sie, als Martin endlich wieder am Hof eintrifft. Doch nach und nach kommen ihr Zweifel, ob der Mann, der da zurückkehrte, wirklich ihr Ehemann ist.

Zugegeben, ich hatte aufgrund des Klappentextes nicht damit gerechnet, hier einen historischen Roman vorliegen zu haben. Aber das Zeitalter spielt in diesem Buch eine eher zweitrangige Rolle, denn der Fokus liegt auf Betrande und ihrer Liebe zu ihrem Mann. Und natürlich zu ihrer Religion. Denn gerade dadurch fühlt sie sich von dem Mann, von dem sie denkt, dass er ein Hochstapler ist, verraten und benutzt.

Janet Lewis braucht nicht viele Worte, um ihre Geschichte zu einer gefühlvollen Komposition zu vereinen. So schreitet die Handlung zügig voran, ohne jedoch gehetzt oder schnell abgehandelt zu wirken. Klar kommen dabei die Gefühle Betrands durch, sprachlich überzeugt der Roman in jeder Zeile und in jedem Wort. Und so folgte ich gebannt Betrands Lebensweg und rätselte mit, ob es sich bei dem Heimkehrer wirklich um ihren Mann handelt oder nicht.

Doch nicht nur die Geschichte begeisterte mich, auch die tiefere Bedeutung aller Geschehnisse regte mich zum Nachdenken und Diskutieren an.

 

Fazit:

Die Frau, die liebe ist mitnichten ein einfaches, kurzweiliges Buch für zwischendurch. Zwischen den Zeilen verbirgt sich hier viel mehr, was zum Nachdenken beiträgt und den Leser berührt. Sprachlich wie inhaltlich sollte man sich hier nicht von dem Cover täuschen lassen 😉

Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

 

Werbedaten:

Preis

Gebunden: 18,00 Euro

 

Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-28155-3
Seitenzahl: 152
Übersetzer: Susanne Höbel

Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar.

2 Gedanken zu „Lewis, Janet: Die Frau, die liebte“

  1. Bei diesem Buch finde ich es auch wirklich enorm, wie krass Cover und Inhalt auseinanderklaffen. Für mich ist der Umschlag und der Titel Kitsch pur, der Inhalt hingegen gar nicht …

    Beste Grüße, Marius

    1. Hallo Marius,
      das Cover finde ich gar nicht so schlimm, aber es passt nicht zum Inhalt und wird der Geschichte leider nicht gerechnet. Es weckt ganz andere Assoziationen. Da gebe ich dir vollkommen recht. Ich hoffe trotzdem für das Buch, dass es viele Leser finden wird 🙂
      LG, Vanessa

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