Thériault, Denis: Die Verlobte des Briefträgers

Rezension Denis Thériault – Die Verlobte des Briefträgers

Klappentext:

Liebe ist … ein Gedicht

Bilodo, ein junger Briefträger aus Montreal, hat nach einem Unfall sein Erinnerungsvermögen eingebüßt. Als er aus dem Koma erwacht, sitzt Tanja an seinem Bett, die schüchterne Kellnerin aus seinem Lieblingslokal. Sie behauptet, seine Verlobte zu sein, doch Bilodo zweifelt daran. Erst als Tanja beschließt, ihm Haikus zu schreiben, die er seit jeher liebt, scheint sie sein Herz zu erobern – bis eines Tages die Erinnerung schlagartig wiederkehrt.

Meinung:

Die Kellnerin Tanja ist unsterblich in den Briefträger Bilodo verliebt. Doch dieser scheint sie nicht so wahrzunehmen, wie sie ihn. Nach einem Unfall von einem von Tanjas Gästen entwickelt Bilodo eine Vorliebe für Haikus, kleine japanische Gedichte. Nun sieht Tanja ihre Chance und erlernt ebenfalls die Kunst, Haikus zu schreiben. Doch Bilodo scheint in eine andere Frau verliebt zu sein. Als Bilodo dann schwer verunglückt, kümmert Tanja sich um Bilodo und nutzt dessen Gedächtnisverlust, um in ihm seine Liebe zu ihr zu erwecken. Doch nach und nach regen sich Zweifel bei Bilodo.

Mit Die Verlobte des Briefträgers habe ich mich ehrlich gesagt recht schwer getan. Die Inhaltsangabe klang so schön, die Umsetzung aber hat meinen persönlichen Geschmack weniger getroffen. Es fing schon an bei den Progatonisten. Diese sind unglaublich unsympathisch. Weder Tanja noch Bilodo konnten mich für sich gewinnen. Beide agieren so egoistisch und die vielleich schön geplanten Worte des Autors bzw. des Übersetzers konnten die Charakterschwächen der Beiden nicht abschwächen. Grundsätzlich ist natürlich nichts gegen Unsympathische Figuren in einem Roman zu sagen, aber das Gesamtpaket muss dann stimmen.

In diesem Fall hat es leider nicht gut funktioniert. Man merkt, dass der Autor sich an den großen japanischen Vorbildern orientiert, denn dieses gewisse Etwas, dass japanische Litatur mit sich bringt, schwingt auch hier durch die Seiten durch. Die Dramatik spitzt sich bis zu letzten Seite zu und hat durchaus ein der Geschichte würdiges Ende. Für an die großen Vorbilder anzuknüpfen, reicht es aber leider nicht.

 

Fazit:

Die Verlobte des Briefträgers und ich sind leider keine Freunde geworden. Zwar wusste ich die schönen und poetischen Worte des Romans durchaus zu würdigen, leider haben mir die Protagonisten so gar nicht zugesagt und deren Handlungsweise hat mich mehr abgeschreckt, als unterhalten.

Von mir gibt es 2 von 5 Punkten.

Preis

Klappenbroschur: 14,99 Euro

 

Verlag: dtv Premium
ISBN: 978-3-423-26164-7
Seitenzahl: 208
Übersetzer: Saskia Bontjes van Beek

Vielen Dank an DTV für das Rezensionsexemplar.

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