Winter, Claudia: Die Wolkenfischerin

Rezension Claudia Winter – Die Wolkenfischerin

Klappentext:

Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec …

Meinung:

Über Claudia Winter stolperte ich vor gut vier Jahren, als sie damals noch im Eigenverlag Aprikosenküsse veröffentlichte. Schon damals war ich von ihrer Erzählweise und ihren Ideen angetan. Nach Italien und Schottland führt die Autorin uns diesmal in die Bretagne.

Dorthin verschlägt es die Journalistin Claire. Eigentlich hatte sie vorgehabt, dorthin nie wieder zu kehren. Doch ihre Mutter erkrankt und die Verpflichtungen lassen sich halt nicht einfach abgeben. Und so muss sich Claire ihrem alten Leben und ihrer Vergangenheit dort stellen. Das wäre ja nur die eine Sache, doch ausgerechnet ihr Chef hält sich ebenfalls dort auf und der kennt eine andere Claire, als die Bewohner ihres Heimatdorfes.

Zugegeben, ich habe erst mal lange gebraucht, um mit Claire war zu werden. Denn gerade zu Anfang zeigt sie sich nicht unbedingt von ihrer sympathischsten Seite und es dauerte, bis ich die Beweggründe hinter ihrer Einstellung und ihrem Lügengeflecht verstand. Doch dann fand ich immer besser in die Geschichte hinein und auch mit Claire wurde es besser. Rückblickend gesehen konnte claire sich auch nicht anders verhalten, wie sie sich verhielt, so dass die Figur sehr viel Authentizität ausstrahlt.

Wie gewohnt ist Claudia Winters Erzählweise sehr angenehm und gerade die schön ausgearbeiteten Settings lassen leichtes Fernweh aufkommen und Lust auf einen Besuch am Meer. Die Geschichte weist zwar besonders zu Anfang ein paar kleine Längen auf, doch spätestens ab der Hälfte zieht die Story so stark an, dass man bereitwillig bis zum Ende dran bleibt. Ich bin schon jetzt gespannt, wohin der nächste Roman von Claudia Winter mich führen wird.

 

Fazit:

Die Wolkenfischerin braucht ein wenig, bis sie durchstartet, dann aber richtig. Claire ist zwar ein zu Weilen sehr eigenwilliger Charakter, doch authentisch umgesetzt. Ein schöner, warmherziger Roman.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

Preis

Taschenbuch: 9,99 Euro

 

Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48573-4
Seitenzahl: 400

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.